Die schönen Dinge sind gefährlich

by Toni Kater

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1.
Ich will leben Ich brauche keinen Turnschuh mit Licht am Fuss Ich brauche keine Messuhr für meinen Puls Ich brauche keine Vertäfelung im Dachgeschoss Ich brauche keine Handtasche mit Zahlenschloss Ich will leben, ich will leben! Ich brauche keine Füllung aus Gold im Zahn Ich brauch nicht fünfzig Shampoos im Regal Ich brauche keine Meinung zu jeden Produkt Ich brauche keine Meinung, die meine schluckt Ich will leben, ich will leben! Und nicht hier sein, nur um zu existieren Ich will leben, ich will leben! Und nicht irgendwelche Klischees erfüllen Ich brauche frische Luft, ich brauche etwas Stil Ich brauche deine Liebe, sonst brauche ich nicht viel Ich brauch den Tag zum Gucken, ich brauch die Nacht zum Sehen Ich brauch die Welt zum Denken, und das All zum Anflehen Ich brauche frische Luft, brauche Stil Ich brauche deine Liebe, sonst brauche ich nicht viel Ich brauch den Tag zum Gucken, ich brauch die Nacht für dich Ich brauch die Welt zum Denken und das All für mich Ich will leben! Und nicht hier sein, um nur zu funktionieren Ich will leben, lieber leben! Und nicht irgendwelche Klischees erfüllen Ich will leben, ich will leben! Und die Welt nicht nur auf dem Bildschirm sehen Ich will leben, ich will leben! Und will lieben und hoffen und Fehler begehen Ich brauche keinen Spiralschneider Ich brauche keinen Elite- Kugelschreiber Ich brauche keine Edelstahl-Abzugshaube Brauch keinen Flachfaltenfilter, wenn ich staubsauge Ich brauche keinen Mocha- Cookie- Crumble- Frappuccino Ich brauch keinen Frozen Jogurt Wonderpots vorm Kino Ich brauch keine komplizierten Untermenüs Ich brauche keine Treuepunkte-Garantie Ich will leben, ich will leben… (Text & Musik: Anett Ecklebe)
2.
Bist du noch bei mir Wir stehen jeden Morgen auf Und waschen uns die Hände. Wir wischen uns von den Augen, Was uns nachts im Weg stand. Bist du noch bei mir, Wenn ich alt und hässlich bin? Bist du noch hier, Wenn mein Königreich versinkt? Bist du noch bei mir, Wenn ich schwach und müde bin? Bringst du mich noch zum Lachen, Wenn ich nicht mehr weiß, warum? Du bist mir so vertraut Wie der Duft von Regen, Im Sommer, der wie ein Traum mich schützt, Solang der Winter dauert. Bist du noch bei mir, Wenn ich alt und hässlich bin? Bist du noch hier, Wenn mein Königreich zerrinnt? Bist du noch bei mir, Wenn ich nichts mehr kann? Bringst du mich noch zum Lachen, Wenn ich nichts mehr weiß? Wir beten und versuchen, was richtig ist, Doch das Geheimnis hinter allem Fanden wir nicht. Wir haben noch kein Geheimnis gelöst… Wir haben noch nie ein Geheimnis gelöst. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
3.
Die schönen Dinge sind gefährlich Nasse Haare, Schaum im Wind, Weit weg jeder Ort, Deine Tiefe wütet blind Und reißt mich fort. Oh, erinner´ dich, Die schönen Dinge sind gefährlich Gefährde mich. Telefonkabel Summen leise, Und die Nachricht ist längst durch, Die ganze Welt weiß es. Oh, erinner´ dich, Die schönen Dinge sind gefährlich Gefährde mich. Tornados, Sabotage, Katastrophen rings um mich, Dürre, Frost, Systemversagen, Ich will lieber dich. Oh, erinner´ mich, Die schönen Dinge sind gefährlich Gefährde mich. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
4.
Friendship & Love Diese breite Straße Schien am Anfang endlos, weit und leer, Tage waren wie Jahre, Und ich dachte, es geht nie vorbei. Friendship & Love Sonne wird zu Regen, wird zu Schnee, Friendship & Love Unter jedem Eis liegt ein See. Unterm Staub die Hoffnung, Halb gelöscht und halb bereit zum Sprung, Liegt auf einmal alles Hinter mir, was ich nie vor mir liegen sah. Friendship & Love Sonne wird zu Regen wird zu Schnee, Friendship & Love Unter jedem Eis liegt ein See. Friendship & Love Namen zieren wie Sterne meinen Weg, Friendship & Love Unter jedem Eis schweigt ein See. Diese breite Straße Ist weit aber nicht endlos, Wie die Schlangen will ich Mich häuten und verzeihen. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
5.
Jeder für sich Ein Mensch hat zwei Arme und Beine, Manchmal auch nicht oder auch mehr, Hat einen Schwanz oder eine Muschi oder beides, Und manchmal ist die Stelle leer. Ein Mensch hat Augen und Ohren, Doch nicht jeder hört und sieht, Was auf der Straße, gegenüber Oder mit sich selbst geschieht. Ein Mensch hat ein Herz mit einem Rhythmus, Doch keiner davon schlägt gleich, In seinem Kopf ist Platz zum Denken, Doch kein Platz reicht. Ein Mensch ist sehr verletzlich, Und verletzen kann er gut, Weiß sich irgendwie zu helfen Und weiß doch nie, was er tut. Jeder für sich ist für sich, und du weißt nicht, Was jeder für sich, nur für sich ist, und was er denkt, Wer soll, wer kann das, wer will das verstehen, Das menschliche Wesen und sein Benehmen. Ein Mensch hat Hände und Füße, Mit denen er handelt oder läuft, Einen Mund, um was zu sagen, Mit dem er seinen Frust ersäuft. Dieses Netzwerk aus Sensoren, Informationen rein und raus, Doch eine Meinung hält oft schon die andere nicht aus. Der Mensch braucht seine Träume Und etwas, das er liebt, Doch Liebe muss man pflegen, Sonst wird der Mensch zum Biest, Und dieses Biest sieht keine Augen, Keine Seele und kein Herz, Und nichts ist unberechenbarer Als ungestillter Schmerz. Jeder für sich ist für sich, und du weißt nicht, Was jeder für sich, nur für sich ist, und was er denkt, Wer soll, wer kann das, wer will das verstehen, Das menschliche Wesen und sein Benehmen. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
6.
Viel zu schöner Ort Deine Wolken zerschellen vor unserem Garten, Hoch auf dem Berg, Und Nebel steigen aus allen Poren, Ich atme, ich atme dich ein. Oh, du schöner, viel zu schöner Ort, Warum muss ich heute schon fort? Oh, du schöner, viel zu schöner Mann, Bitte sieh mich nie wieder, nie wieder, Nie mehr so an. Kein Gedanke hat mich hier gequält, Hab in deinen Armen die schönsten Träume gewählt. Nichts als das Blau und die Zeit, Was werd´ ich nur ohne dich tun? Oh, du schöner, viel zu schöner Ort, Warum muss ich heute schon fort? Oh, du schöne Frau oder Mann, Bitte sieh mich nie wieder, nie wieder, Nie mehr so an. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
7.
Parallel 03:52
Parallel Der Sommer war viel zu schön, Und was wir sahen, war viel zu gut, Und was wir wollten, war viel zu viel, Um es nur einmal zu tun. Ich will keinen Trauerflor, Kein Mitleid aus Blumenbeeten, Ich will Menschen lachen sehen, Ich will Musik und Witze hören. Und wenn der Wind kommt, weiß ich, Dass du es bist, und wenn ich lach, lach ich dich. Und wenn ich träume, weiß ich, Dass du es bist, denn Unsere Bahnen laufen nur parallel. Wir sind zwei Teilchen Im gleichen Sonnensystem, Grad nur voneinander weit entfernt. Und wenn der Wind kommt, weiß ich, Dass du es bist, und wenn ich lach, lach ich dich. Und wenn ich träume, weiß ich, Dass du es bist, denn Unsere Bahnen laufen nur parallel. Und wenn ich träume, weiß ich, Dass du es bist, und wenn ich denk, denkst du mit. Und wenn ich singe, weiß ich, Dass du mich hörst, denn Unsere Bahnen laufen nur parallel. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
8.
Dieser Augenblick Verkaufst du mir die Welt? Für einen Tag, für ein paar Stunden, Um einmal hier zu stehen Und nichts anderes als das, was ist zu sehen. Die Gebirge haben Zeit. Vögel fliegen weit und weiter. Wir rennen und rennen und rennen Vor uns weg. Ich seh einen Himmel, Ohne Religionen, ohne Werte. Einen Himmel ohne Maschinen, Einfach blau, unendlich weit und leer, Wie jetzt, jetzt. Dieser Augenblick ist jetzt Dieser Augenblick ist jetzt No control, no control, jetzt. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
9.
Nur noch Vulkane Für dich lerne ich Italienisch, Um die Farben der Luft ein bißchen Zu berühren. Immer, wenn ich bei dir bin, Fallen mir nur noch Vulkane ein, Alles, was ich gewollt hab, ist weg. Immer, wenn ich vor dir steh, Weiß ich, dass alles möglich ist, Wenn es bleibt wie in diesem Moment. Doch ich weiß, es geht immer Von Insel zu Insel, Mein Boot ist grad oben, Doch bald kommen Zweifel Und Fragen, und Pläne, Gewissen, Denn leicht ist nur das, Was jeder gern trägt. Immer, wenn ich bei dir bin, Fallen mir nur noch Vulkane ein, Alles, was ich gewollt hab, ist weg. Immer, wenn ich vor dir steh, Weiß ich, dass alles möglich ist, Wenn es bleibt wie in diesem Moment. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
10.
Mosaik 04:36
Mosaik Manchmal denke ich, Dass ich von einem anderen Stern bin. Und dann seh ich all die Anderen, Die das Gleiche denken. Langsam steig ich Auf den höchsten Berg in meinem Leben, Um für einen Augenblick zu sehen, Worum´s hier geht. Jedes Wort und jede Wahrheit Wird kurz das, wofür es da ist, Wenn man ab und zu nicht das Tut, was man denkt, das wir tun. Alle Steine, die ich finde, Wären ein großes Mosaikbild, Aber kein einziger Stein Will neben dem anderen sein. Jeden Abend reib ich mir Den Dreck aus meinen Augen Und seh mir die Rückseiten Aller Möglichkeiten an. Der Teufel muss ein guter Tänzer sein, Sonst würde ihm keiner auf die Tanzfläche folgen. Jedes Wort und jede Wahrheit Wird kurz das, wofür es da ist, Wenn man ab und zu nicht das Tut, was man denkt, das wir tun. Alle Steine, die ich finde, Wären ein großes Mosaikbild, Aber kein einziger Stein Will neben dem anderen sein. (Text & Musik: Anett Ecklebe)
11.
Fische, die alles sagen Manchmal wär ich gern wie Fische, Die alles sagen, Ohne auch nur ein einziges Wort zu sagen. Ganz egal, was ich tue, was ich erkläre, Es ist nie das, was es meint. Ungeduld ist immer schneller, Als meine Zunge von meinem Herzen begreift. Manchmal wär ich gern wie Fische, Die alles sagen, Ohne auch nur ein einziges Wort zu sagen. Wie oft hab ich versucht, das Licht Unter Wasser zu greifen, zu berühren, Doch immer war es längst in tausend anderen Gestalten, nicht zu halten und längst fort. Manchmal wär ich so gerne wie Fische, Die nichts sagen, Und sich nie mit einem einzigen Wort Jemals beklagen. Wolken ziehen wie Wasserfarben Über meinem Puls vorüber, Könnte ich nur einmal sagen, Wie du fehlst und wieviel lieber Ich mit dir hier wär… (Text & Musik: Anett Ecklebe)
12.
Europa 04:33
Europa Ich will eine andere Zukunft Ich will nicht, was da gärt, Unter dem Himmel, voller Narben. Die Grenzen waren längst verschwunden, Doch es kam nur der Konsum, Und jetzt riecht es wieder nach Testosteron. Deine Weitsicht war unser Weg, Wie ein Traum auf hoher See, Oh, Europa! Du hast alles, was ich bin, Ich lass dich nicht nochmal entführen, Oh, Europa! Wir hielten wie deine Kinder Zu dir, in jeder Dynastie, Haben geduldig gehofft und gewartet, 1000 Jahre Diplomatie. Und überall hast du gelehrt, Was Gleichheit meint, Doch für die Praxis Reichte wieder nicht die Zeit. Und wenn das Heimweh nicht mehr geht, Denke ich an die Idee, Oh, Europa! Du hast alles, was ich bin, Ich lass dich nicht noch mal entführen, Oh, Europa! Deine Weitsicht war unser Weg, Wie ein Traum auf hoher See, Oh, Europa! Und wenn das Heimweh nicht mehr geht, Muss ich dich nur einmal sehn, Oh, Europa! Oh, lass uns nicht zurück, Europa! (Text & Musik: Anett Ecklebe)
13.
Bon tuyau 02:11

about

After the last, rather political and electronic album "Eigentum", Toni Kater preferred to play the piano more often than sitting "hours before the screen". In the total flood of overstimulation, she wanted to concentrate on the simplicity of the song and avoid all too many synthetic sounds. The music as an island. Pure and unhidden. The result is an intimate, piano-focused album with 13 new pieces that deal with the beauties and abysses of life. At the same time, they always develop the strength to dream beyond and to flash a hint of hope. Seriousness and humorous self-reflection complement each other ideally here. "One thinks of Mascha Kaleko: like the great poet of New Objectivity, Toni Kater writes and sings utopian usage poetry from everyday life for everyday life."
Toni Kater's music is like a personal prayer in the midst of a constantly flaunting world. "Anyone who experiences this uncoquettish, humanly fresh and authentic revelation not only sticks to its fragile androgynous appearance with fascination, but is carried away by its cleverly dreamy texts."

credits

released March 20, 2020

composed, recorded and mixed by toni kater
mastering: ingo krauss
cello: zoé cartier
e-guitar (track 2): jan terstegen
drumloop (track 13) : rudolf moser

license

all rights reserved

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about

Toni Kater Berlin, Germany

Toni Kater is a musician and author based in Berlin. Her Solo Debut she started in 2004 at the 2raumwohnung label it sounds, which became a big success. In 2011 she founded her own record label Toni Kater Records. Characteristic of her songs are the timeless ambiguous lyrics and a deep honesty. Beside her Solo Project she composes music for theater and movies too. ... more

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